AKTIE IM FOKUS 2: ProSiebenSat.1 im Aufwind - Übernahmefantasie toppt Studie

26.03.2025, 15:48

(neu: weitere Berichte, Hintergrund, Kursverlauf)

t-online aktuell 26.03.2025

FRANKFURT (dpa-AFX) - ProSiebenSat.1 haben am Mittwoch von neu angefachten Übernahmefantasien profitiert. Dass die US-Investmentbank Goldman Sachs die Aktien im Rahmen einer Branchenstudie wegen schwacher fundamentaler Geschäftsbedingungen zum Verkauf empfiehlt, fiel dem gegenüber nicht ins Gewicht. Der Nebenwerteindex SDax bewegte sich kaum vom Fleck.

Am späten Vormittag waren die Titel des Medienunternehmens in der Spitze um 7,7 Prozent in die Höhe geschnellt. Sie schafften es dabei bis knapp an die 7-Euro-Marke und stellten so das vor wenigen Tagen erreichte Hoch seit Sommer 2024 wieder ein. Dort drehte der Kurs dann aber einmal mehr ab, denn zuletzt war das Plus dann wieder auf 3 Prozent zusammengeschmolzen.

Spekulationen, dass der aktuell mit knapp 30 Prozent beteiligte Fernsehkonzern MediaForEurope (MFE) eine Offerte abgeben könnte, gibt es schon lange. Doch Berichten zufolge könnte nun Bewegung in diese Sache kommen. Wie die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf Kreise berichtete, stehen die Italiener kurz davor, eine Offerte abzugeben. In anderen Berichten war von einem Treffen des MFE-Verwaltungsrats an diesem Mittwoch die Rede.

Zuletzt hatte ProSiebenSat.1 die eigene Portfolio-Struktur vereinfacht. Dazu zählen der Verkauf des Vergleichsportals Verivox und der Erwerb von Beteiligungen am E-Commerce-Geschäft NuCom und der ParshipMeet Group, in deren Gegenzug der US-Finanzinvestor General Atlantic zum Minderheitsaktionär von ProSiebenSat.1 aufstieg.

Diese Schritte könnten einer Offerte vorgreifen, denn der zur Berlusconi-Familie gehörende Großaktionär MFE fordert schon länger eine Konzentration auf Kernaktivitäten im Entertainmentgeschäft. Am Vortag hatte die Bernstein-Analystin Annick Maas noch mit Blick auf das MFE-Interesse geschrieben, die Vereinfachung der Portfoliostruktur könne zwar ein Übernahmeangebot erleichtern. Für einen potenziellen Käufer bleibe die Verschuldung des Medienkonzerns aber eine "bittere Pille".

Seit dem Tief seit 2009, das Anfang Dezember mit 4,50 Euro zu Buche stand, haben sich die ProSiebenSat.1-Aktien auch wegen der Hoffnung auf konjunkturell bessere Zeiten und wieder anziehende Werbeausgaben um mehr als die Hälfte erholt. Im Vergleich zu dem Rekord, der über 50 Euro aus dem Jahr 2015 stammt, ist dies aber nur ein kleiner Schritt./tih/la/he

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