Ex-SPD-Generalsekretär Kevin Kühnert spottet über Christian Lindner
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Bielefeld schaffte mit einem Sieg über Bremen sensationell den Halbfinaleinzug im DFB-Pokal. Kevin Kühnert war auch vor Ort – und erlebte eine kuriose Szene.
Aus dem Bundestag ist Ex-SPD-Generalsekretär Kevin Kühnert nach der Bundestagswahl am Sonntag ausgeschieden. Wie der 35-Jährige schon im Herbst bekanntgab, zieht er sich aufgrund von gesundheitlichen Problemen zumindest vorerst aus der Politik zurück.
Am Dienstagabend verfolgte der bekennende Fan der Arminia Bielefeld stattdessen das DFB-Pokal-Viertelfinale zwischen dem Drittligisten und Bundesligist Werder Bremen vor Ort auf der Bielefelder Alm. Dabei durfte er feiern: Bielefeld schaffte die Überraschung, schlug die Bremer mit 3:1 und zog so erstmals seit zehn Jahren ins Halbfinale des Wettbewerbs ein.
Kühnert jetzt öfter im Stadion
Dabei war Kühnert nicht nur bei dem Pokal-Highlight im Stadion, wie er dem Magazin "11Freunde" verriet. "Ein markanter Unterschied zu meinem Leben, wie es bis vor wenigen Monaten war, ist schließlich, dass ich erstmals seit Jahren wieder auskömmlich viel Freizeit habe", sagte der Politik-Aussteiger.
Zuvor sei es immer mit sehr viel Aufwand verbunden gewesen, ins Stadion zu gehen. "Auch, weil DFL und DFB manche Spiele erst drei Wochen vorher terminiert haben. Wie soll man da planen? Nun habe ich seit Oktober kein Auswärtsspiel mehr verpasst, das wäre jahrelang undenkbar gewesen", so Kühnert.
Danach gefragt, ob auch der scheidende FDP-Vorsitzende Christian Lindner, der einst mit BVB-Tasse für ein Foto posierte, nach dem Ausscheiden seiner Partei aus dem Bundestag mehr Zeit für Fußball habe, hatte Kühnert nur mehrere Seitenhiebe parat.
Er habe keine Ahnung, wie groß Lindners Fußball-Leidenschaft sei. "Er hat ja den schönen Satz geprägt: 'Ich habe noch nie mit Herrn Kühnert persönlich sprechen können.' Das war einer der seltenen Momente, in denen er die Wahrheit und nichts als die Wahrheit gesagt hat", so Kühnert. Zeit habe Lindner nun aber gewiss. "Ich bin aber nicht sicher, ob man einem BVB-Fan in dieser Saison dazu gratulieren sollte", so der Ex-SPD-Generalsekretär mit Blick auf die schwache Saison der Dortmunder (aktuell nur Tabellenplatz zehn).
Kühnert lacht über kuriose Szene
Auch für Lindners Parteikollegen Wolfgang Kubicki hatte Kühnert ein paar scharfe Worte parat. Bei seinem Stadionbesuch ging es wohl feuchtfröhlich zu und Kühnert laborierte während des Interviews noch an einem Kater. Auch Kubicki hatte am Tag nach der Bundestagswahl einen Kater zugegeben, da er das schlechte Wahlergebnis "begossen" habe.
Kühnert sagte deshalb: "Bislang war ich ihm ja nie sehr nahe, aber heute Morgen? Da war ich vermutlich nah dran." Im Gegensatz zu Kubicki habe er jedoch etwas zu feiern gehabt. "Letztlich gilt halt am Wahlabend wie beim Pokalabend: Leistung muss sich wieder lohnen", sagte Kühnert und machte sich so über einen alten Wahlkampf-Slogan der FDP lustig.
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Eine etwas kuriose Szene erlebte Kühnert im Stadion, als Bremen-Stürmer Marvin Ducksch während des Spiels mit einem Gegenstand beworfen wurde. Direkt danach wurde unter anderem Kühnert durch die TV-Kameras eingefangen – eine Szene, die sich schnell im Internet verbreitete. Auch ihm sei der Ausschnitt noch im Stadion auf dem Handy gezeigt worden, sagte Kühnert. "Ich meine, wie unwahrscheinlich ist das denn?! Da sind Zehntausende im Stadion und unter den sieben Gesichtern, die eingeblendet werden, ist ausgerechnet meine Arminia-Crew. Das war schon lustig", so der 35-Jährige.
Er selbst bestritt aber vehement, den Gegenstand geworfen zu haben: "Vergessen Sie es! Ich habe nicht geworfen", so Kühnert. "Im Ernst: Das macht man nicht, das möchte ich an dieser Stelle fett unterstreichen. Das ist nicht cool. Und wenn es blöd läuft, ruiniert es allen Beteiligten den ganzen Abend."
- 11freunde.de: "'Ich habe nicht geworfen!'" (kostenpflichtig)