Hanau als Vorreiter Frankfurt plant Einschränkungen für Lachgas: Verbot in Aussicht?
In Hanau dürfen Minderjährige kein Lachgas mehr kaufen. Auch Frankfurt könnte in den kommenden Wochen mit einem solchen Verbot nachziehen.
Am Montag haben die Hanauer Stadtverordneten einstimmig beschlossen, dass Lachgas im Stadtgebiet nicht mehr an Minderjährige verkauft werden darf. Auch der Konsum der Partydroge auf Spiel- und Bolzplätzen, auf Schulhöfen und auf Friedhöfen wurde verboten. Die neuen Regeln der Stadt für Lachgas gelten seit Dienstag. Auch die Stadt Frankfurt will dem Beispiel Hanau folgen, wie das Sozialdezernat der Mainmetropole auf Anfrage mitteilt.
"Wir brauchen auch in Frankfurt dringend ein Verkaufsverbot von Lachgas an Minderjährige", sagt Gesundheitsdezernentin Elke Voitl (Grüne). Dabei stehe nämlich die Gesundheit von Kindern und Jugendlichen auf dem Spiel: "Wir arbeiten daran – wir wollen ein Verbot", so Voitl. Derzeit gehe man davon aus, dass die Stadtverordneten in wenigen Wochen über ein Verbot entscheiden könnten.
Lachgas: Stadt Frankfurt setzt auf Prävention
Die Lage nehme man sehr ernst und setze als Stadt weiterhin auf Prävention. "Gerade Beratung und Gespräche in Schulen zeigen große Erfolge. Auch viele Kioskbesitzer zeigen sich einsichtig und verzichten auf den Verkauf von Lachgas", sagt Elke Voitl. Dennoch gebe es einige Ladenbesitzer, die das schnelle Geschäft mit dem gefährlichen Gas wittern würden, was ein Verkaufsverbot notwendig mache.
Laut der jüngsten repräsentativen Drogentrendstudie "Monitoring-System Drogentrends" (MoSyD), die die Stadt Frankfurt seit 2002 jährlich erheben lässt, war der Konsum von Lachgas in den Jahren 2021 und 2022 sprunghaft angestiegen. Im Jahr 2023 ist er erstmals wieder gesunken. Befragt wurden junge Frankfurter zwischen 15 und 18 Jahren von November 2023 bis März 2024. Genau 954 Schülerinnen und Schüler aus dieser Altersgruppe haben sich an der Umfrage beteiligt.
14 Prozent der Studienbefragten gaben an, Lachgas mindestens einmal ausprobiert zu haben. 2022 waren es 17 Prozent. Ein Grund zum Aufatmen ist das für Elke Voitl jedoch längst nicht. Denn: Der Konsum bleibe weiterhin auf hohem Niveau.
Diese Risiken birgt Lachgas-Konsum
Laut der Frankfurter Polizei ist der Konsum von Lachgas besonders in der Partyszene beliebt. Jugendliche und junge Erwachsene konsumieren die Droge vornehmlich aus Luftballons oder Sahnespenderkapseln. Das Gas ist derzeit frei verkäuflich und wird in Kiosken, Lebensmittelläden oder online angeboten.
Der Konsum von Lachgas birgt Risiken. Nach etwa fünf bis zehn Sekunden setzt die Wirkung ein und reicht von Glückgefühlen und starker Euphorie bis hin zu Bewusstlosigkeit und Sauerstoffmangel. Dies kann Hirnschäden verursachen oder die inneren Organe sowie das Nervensystem langfristig schädigen.
- E-Mail-Verkehr mit dem Dezernat Soziales und Gesundheit der Stadt Frankfurt
- hessenschau.de: "Hanau verbietet Verkauf von Lachgas an Jugendliche" vom 25.03.2025
- Recherche der Redaktion