Weitere Blitzeranhänger für Essen Stadt rüstet weiter gegen Temposünder auf

Seit Montag ist in Essen ein zweiter Blitzanhänger im Einsatz. Ein Dritter soll in den kommenden Wochen folgen, um die Verkehrssicherheit zu erhöhen.
Die Stadt Essen verstärkt ihre Maßnahmen zur Verkehrsüberwachung: Seit dem 31. März überwacht ein zweiter Enforcement-Trailer rund um die Uhr die Geschwindigkeit auf den Straßen. Der dritte Blitzanhänger wird ebenfalls noch im April einsatzbereit sein, wie eine Sprecherin der Stadt der "WAZ" auf Nachfrage mitgeteilt haben soll. Die Maßnahmen sollen demnach mehr Sicherheit schaffen und gleichzeitig die Einnahmen der Stadt erhöhen.
Bereits seit Februar 2024 ist der erste Enforcement-Trailer aktiv und hat seitdem 1,5 Millionen Euro eingebracht. Er erwischte mehr Temposünder als alle stationären Blitzer zusammen: Im vergangenen Jahr wurden an sechs Standorten insgesamt 33.246 Verstöße registriert. Allein der mobile Blitzer kam auf 35.174 Fälle innerhalb von 325 Einsatztagen.
Trotz gelegentlicher Sabotageakte – wie Aufklebern auf der Linse oder Mülltonnendeckeln vor der Kamera – musste der erste Trailer nur für 40 Stunden außer Betrieb genommen werden. Solche Aktionen konnten jedoch den Erfolg nicht schmälern.
Stadt Essen: Rückgang der Geschwindigkeitsüberschreitungen auch durch Blitzeranhänger
Eine neue Anlage wurde dieses Jahr auf der A40 in Höhe Kruppstraße installiert und blitzte in den ersten acht Tagen bei 2.928 von 173.816 Fahrzeugen, was einer relativ niedrigen Übertretungsquote von 1,68 Prozent entspricht. Innerstädtisch variiert dieser Anteil stark: So gab es im Bezirk VI, zu dem Katernberg, Schonnebeck und Stoppenberg gehören, eine Quote von 6,4 Prozent bei Tempoverstößen – die höchste in Essen im vergangenen Jahr.
Die städtische Bilanz zeigt einen Rückgang der Geschwindigkeitsüberschreitungen: Der Anteil sank auf zuletzt rund 3,4 Prozent im letzten Quartal des Jahres 2024. Dies sei auch dem Wissen um den Enforcement-Trailer zuzuschreiben, so die Stadtverwaltung.
Im vergangenen Jahr erzielte Essen durch Geschwindigkeitsverstöße Rekordeinnahmen von insgesamt 6,7 Millionen Euro – ein Plus von 500.000 Euro gegenüber dem Vorjahr. Zählt man die Einnahmen aus Strafzetteln für Falschparker hinzu, kommt man auf eine Gesamtsumme von 11,9 Millionen Euro.
Stadt rechnet 2025 erneut mit Rekordeinnahmen für Verkehrsverstöße
In diesem Jahr rechnet die Stadt mit weiteren Rekordergebnissen durch zwei zusätzliche Blitzanhänger sowie einen neuen Radarwagen – insgesamt sind dann sieben mobile Radargeräte im Einsatz. Die bisherigen sechs mobilen Geräte stellten im Jahr 2024 stadtweit insgesamt 111.016 Raser fest.
Laut Ordnungsamt wird kontinuierlich an Konzepten zur Erhöhung der Verkehrssicherheit gearbeitet, was zukünftige Erweiterungen nicht ausschließt. So sei die Reduzierung des allgemeinen Geschwindigkeitsniveaus das erklärte Ziel, so die Stadt.
- radioessen.de: "Stadt Essen hat jetzt zwei Blitzeranhänger" vom 1. April 2025
- waz.de: "Noch mehr Blitzer: Stadt Essen rüstet weiter gegen Raser auf" vom 2. April 2025 (kostenpflichtig)
- Eigene Artikel zum Thema auf t-online.de