t-online - Nachrichten für Deutschland
t-online - Nachrichten für Deutschland
Such IconE-Mail IconMenü Icon



HomeRegionalBerlin

AfD in Berlin: Der politische Wind in Marzahn-Hellersdorf hat sich gedreht


Stimmungsbild aus Marzahn-Hellersdorf
Kreuz für die AfD: "Dabei habe ich früher immer die CDU gewählt"

Von t-online, mpr

24.02.2025Lesedauer: 2 Min.
AFD-Wahlplakate in Marzahn-Hellersdorf an der Frankfurter Allee, fotografiert am 09.02.2024 in Berlin.Vergrößern des Bildes
Wahlplakat in Marzahn-Hellersdorf (Archivbild): AfD jetzt oder AfD verbieten? Der äußerste Osten Berlins ist fest in konservativer Hand. (Quelle: Maurizio Gambarini)
News folgen

Die AfD hat bei der Bundestagswahl in Marzahn-Hellersdorf mit Abstand die meisten Zweitstimmen geholt. Hört man sich in dem Bezirk um, merkt man: Der politische Wind hat sich hier gedreht.

Jason ärgert sich über die Bundestagswahl, sagt er. Nicht so sehr über das Ergebnis, sondern darüber, dass er nicht habe wählen dürfen. Wäre regulär im September gewählt worden, hätte er sein Kreuzchen machen dürfen. Bis dahin wäre er volljährig gewesen, sagt der 17-Jährige. Obwohl dem jungen Mann mit der schwarzen Wollmütze und dem Ohrring bei der Winter-Wahl nur die Zuschauerrolle blieb, hat er eine differenzierte Sicht auf das Wahlergebnis hier in seinem Bezirk Marzahn-Hellersdorf im Berliner Osten.

Dort stimmten 31,2 Prozent der Wähler mit ihrer Zweitstimme für die AfD. Dahinter folgten mit weitem Abstand die Linke (16,7) und die CDU (16,5). Bei der Wiederholungswahl vor knapp einem Jahr hatte die AfD (16,0 Prozent) noch etwa halb so viel Zuspruch erhalten, wurde nur drittstärkste Partei hinter der Linken (21,8) und der CDU (29,7).

"Ich kann nachvollziehen, dass viele Menschen aus Marzahn-Hellersdorf jetzt die AfD gewählt haben", sagt Jason. Er betont das Wort "nachvollziehen" und meint damit nur die Perspektive der AfD-Wähler im Bezirk. Die Partei spreche die Probleme mit der Zuwanderung nach Deutschland eben ganz offen an. Selbst würde er die Partei jedoch nicht wählen. Dafür sei sie ihm zu offen rechts.

Loading...
Symbolbild für eingebettete Inhalte

Embed

AfD-Wähler: "Dabei habe ich früher immer die CDU gewählt."

Manfred, der in einer Reinigung arbeitet und von hier kommt, dagegen sagt: "Ich habe die AfD gewählt." Ob ihm Teile der Partei nicht zu rassistisch seien? "Man darf in der AfD nicht alle über einen Kamm scheren", sagt Manfred. In anderen Parteien gebe es schließlich auch Probleme, wie etwa Korruption. Und überhaupt: Der thüringische AfD-Rechtsaußen Björn Höcke habe Anschläge durch Flüchtlinge wie den in Aschaffenburg immer vorhergesagt, meint er.

Deshalb habe er seine Stimme am Ende der AfD gegeben. "Dabei habe ich früher immer die CDU gewählt." Die Entscheidung scheint ihm dieses Mal nicht schwergefallen zu sein.

Mutter und Sohn: Wahlentscheidung nach Gefühl

Ganz anders Evelyn und Elvis, Mutter und Sohn aus Hellersdorf. Evelyn sagt, sie habe die AfD wählen wollen. Doch Elvis habe sie im letzten Moment von der CDU überzeugt. Anders als Jason und Manfred habe er aber eher nach seinem Gefühl entschieden, sagt Elvis.

Einerseits spüre er: "Es kommen zu viele Zuwanderer ins Land." Andererseits sei die AfD am Ende doch die schlechtere Wahl gewesen. Warum könne er nicht sagen – eine reine Bauchentscheidung.

Verwendete Quellen
  • Reporter vor Ort
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...

ShoppingAnzeigen

Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...



Telekom