Er wurde 80 Jahre alt Regisseur Hans Neuenfels ist tot
Trauer um Hans Neuenfels. Der große Regisseur ist mit 80 Jahren verstorben. Seine Inszenierungen an Theater und Oper standen für Provokation und Kontroverse.
Der renommierte Theater- und Opernregisseur Hans Neuenfels ist tot. Er starb am Sonntagabend, dem 6. Februar 2022, im Alter von 80 Jahren in Berlin. Dies ließ seine Familie am Montag über einen Anwalt mitteilen.
Der in Krefeld geborene Regisseur hatte seine Schauspiel- und Regieausbildung in Wien begonnen und dort seit Mitte der Sechzigerjahre inszeniert. Er arbeitete unter anderem am Theater Heidelberg, dem Stuttgarter Staatstheater und dem Schauspiel Frankfurt. Ende der Achtziger war er Intendant der Freien Volksbühne in Berlin.
Bekannt wurde Neuenfels auch als Opernregisseur mit Inszenierungen etwa von Verdi- und Mozart-Opern in Frankfurt, Berlin und Wien. 2005 und 2008 wurde er als Opernregisseur des Jahres ausgezeichnet – und immer wieder sorgte er für Skandale: 2010 war seine "Lohengrin"-Inszenierung bei den Richard-Wagner-Festspielen in Bayreuth noch ausgebuht worden. Später hatte das Rattenstück Kultstatus erreicht. 2016 erhielt er den Deutschen Theaterpreis "Faust" für sein Lebenswerk. Neben seiner Theaterarbeit drehte Neuenfels Filme über Dichter wie Kleist und Robert Musil.
"Theater und Oper waren meine Rettung und mein Glück"
"Ohne Theater und Oper hätte ich ein für mich nicht gelungenes Leben geführt, sie waren meine Rettung und mein Glück", sagte Neuenfels 2010 in einem Interview mit der Deutschen Presse-Agentur. "Die Bühnenarbeit hat mir eine unglaubliche Kraft gegeben, es war eine große Bereicherung meines Lebens."
Neuenfels war mit der Wiener Schauspielerin Elisabeth Trissenaar verheiratet. Das Paar lebte in Berlin und hat einen Sohn, den Kameramann Benedict Neuenfels, der mehrfach mit dem Deutschen Kamerapreis und 2019 mit dem Deutschen Filmpreis ausgezeichnet wurde. In Berlin soll eine Trauerfeier stattfinden, wie der Anwalt der Familie mitteilte.
- Nachrichtenagentur dpa