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Köln: Mahnmal entfacht Zorn in Japan


Denkmal vor NS-DOK
Mahnmal in Köln entfacht Zorn in Japan

Von t-online, snh

Aktualisiert am 02.04.2025 - 15:50 UhrLesedauer: 2 Min.
Die Friedensstatue Đồng Mai vor dem NS-Dokumentationszentrum in KölnVergrößern des Bildes
Die Friedensstatue Đồng Mai vor dem NS-Dokumentationszentrum in Köln: Sie soll das Schicksal der "Trostfrauen" erinnern. (Quelle: Nils Frenzel)
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Vor dem Kölner NS-DOK steht seit Anfang März eine Friedensstatue, die an das Schicksal der "Trostfrauen" erinnert. Ihre Aufstellung führte zu Kontroversen und Druck aus Japan.

Seit dem 8. März steht vor dem NS-Dokumentationszentrum (NS-DOK) in Köln die Friedensstatue "Đồng Mai" des koreanischen Künstlerpaares Kim Seo-Kyung und Kim Eun-Sung. Die Statue erinnert an das Schicksal der im Zweiten Weltkrieg in japanische Militärbordelle verschleppten "Trostfrauen" und an sexualisierte Gewalt in den Kriegen von heute.

Die Aufstellung der Bronzestatue hatte im Vorfeld jedoch für heftige Diskussionen gesorgt. Obwohl die Statue am 8. März – dem Internationalen Frauentag – feierlich enthüllt wurde, war dies zunächst keineswegs sicher: Oberbürgermeisterin Henriette Reker (parteilos) hatte die Genehmigung zunächst verweigert – ohne inhaltliche Begründung, wie der Koreaverband in einer Mitteilung erklärt.

Friedensstaue in Köln: Japan wollte Aufstellung verhindern

Jedoch gibt es einen Verdacht, wie der "Spiegel" berichtet. Demnach hätten japanische Stellen Druck auf die Kölner Lokalpolitik ausgeübt. Einem Mitglied der Bezirksvertretung Innenstadt sei ein Schreiben von einem japanischen Abgeordneten zugesandt worden, wie es in dem Bericht weiter heißt. Zugestellt durch das japanische Generalkonsulat in Düsseldorf.

Die Friedensstatue Đồng Mai.
Die Friedensstatue Đồng Mai. (Quelle: Nils Frenzel)

Friedensstatue "Đồng Mai"

Die Friedensstatue "Đồng Mai" ist ein Mahnmal, das an das Leid der sogenannten "Trostfrauen" erinnert – Frauen und Mädchen, die während des Zweiten Weltkriegs von der japanischen Armee zur sexuellen Sklaverei gezwungen wurden. Die Statue in Köln ist Teil der Ausstellung "Kunst gegen das Vergessen", im NS-Dokumentationszentrum.

In dem Schreiben an die Bezirksvertretung Innenstadt, das dem "Spiegel" vorliegt, soll ein japanischer Politiker versucht haben, das Aufstellen der Statue zu verhindern. Indirekt sei mit wirtschaftlichen Konsequenzen gedroht worden. Es sei bekannt, dass Japan die Aufstellung solcher Friedensstauen verhindern möchte, schreibt der Koreaverband in seiner Mitteilung weiter. Auf Anfrage von t-online erklärte die Kölner Stadtverwaltung zu dem Thema, bereits seit einigen Wochen mit japanischen Stellen in Kontakt zu stehen.

Kölner Friedensstaue: Stadtverwaltung weist Vorwürfe zurück

Die Vorwürfe, die Aufstellung verhindern zu wollen, wies die Stadtverwaltung jedoch mit Nachdruck ab. Die Stadt hätte lediglich "einen alternativen Standort auf einem öffentlich-zugänglichen Privatgelände in unmittelbarer Nachbarschaft zum NS-DOK vorgeschlagen". Die Aufstellung von Denkmälern und Mahnmalen im öffentlichen Raum sei kein laufendes Geschäft der Verwaltung, sondern bedarf zuvor eines politischen Gremienbeschlusses, der jedoch zunächst fehlte.

Um eine Aufstellung auch ohne Beschluss möglich zu machen, habe sich Oberbürgermeisterin Henriette Reker persönlich dafür eingesetzt, Alternativstandorte zu finden. Diese wurden jedoch abgelehnt. Zur Diskussion standen laut Koreaverband der Hinterhof des NS-DOK und der Innenhof der Kirche St. Maria in der Kupfergasse.

Die Genehmigung der Friedensstaue erfolgte schließlich, nachdem die Bezirksvertretung Innenstadt den entsprechenden Beschluss gefasst hatte, wie die Stadtverwaltung weiter erklärte.

Verwendete Quellen
  • Anfrage bei der Stadt Köln

Quellen anzeigenSymbolbild nach unten

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