Sensationsfund in Kathedrale Eine Krypta birgt "unbezahlbare Schätze"

Jahrzehntelang verschollen, jetzt entdeckt. Was in einer zugemauerten Nische in der Kathedrale von Wilna verborgen lag.
Mitten im Winter, im Dezember 2024, machen Archäologen in der Krypta der Kathedrale von Wilna einen spektakulären Fund: In einer zugemauerten Nische entdecken sie mit einer Endoskopkamera die lange verschollenen Herrschaftsinsignien polnischer und litauischer Monarchen – darunter Kronen, Zepter und königlicher Schmuck. Die Schmuckstücke galten seit 1939 als verschollen, nachdem sie zu Beginn des Zweiten Weltkriegs vor den Nazis in Sicherheit gebracht wurden.
Die Objekte waren in eine Zeitung vom September 1939 eingerollt. Gefunden wurde die Krone von Alexander dem Jagellionen, der ab 1501 König von Polen war, die königlichen Grabinsignien von Elisabeth von Österreich, einer jungen Habsburgerin, die 1545 mit nur 19 Jahren starb, sowie Krone, Zepter, Apfel und Schmuck der Königin Barbara Radziwiłł.
Konkret handelt es sich bei dem Fund um mehrere sogenannte "Grabkronen" – eigens für das Begräbnis gefertigte Insignien. Viele Herrscherinnen und Herrscher ließen sich solche Kronen kurz vor ihrem Tod anfertigen, um auch im Jenseits bekrönt zu ruhen. Ihre eigentlichen Lebenskronen hingegen wurden traditionell an die nachfolgenden Generationen weitergegeben. Die jetzt entdeckten Stücke bestehen größtenteils aus purem Gold.
Ende 2025 für die Öffentlichkeit zusehen
Die Krypta der Wilnaer Kathedrale war schon früher für Überraschungen gut: Sie wurde erst 1985 wiederentdeckt, konserviert bis heute Reste heidnischer Altäre und war im Mittelalter Krönungsstätte und letzte Ruhestätte litauischer Großfürsten.
Der Wilnaer Erzbischof Gintaras Grušas nannte die wiedergefundenen Stücke gegenüber CNN "unbezahlbare historische Schätze".
Bis Ende 2025 sollen die Goldarbeiten, Juwelen und königlichen Symbole restauriert sein. Danach sind sie für die Öffentlichkeit im bischöflichen Museum von Wilna zu sehen – eine Wiedervereinigung von Geschichte und Gegenwart, rund 85 Jahre nach ihrem Verschwinden.