Papua-Neuguinea kommt nicht zur Ruhe Schweres Seebeben im Pazifik – mindestens 16 Nachbeben folgen

Ein heftiges Seebeben traf am Samstag Papua-Neuguinea und verursachte mindestens 16 Nachbeben. Die Region liegt in einer der aktivsten Erdbebenzonen.
Ein Seebeben hat am Samstagmorgen Papua-Neuguinea erschüttert. Die Erde bebte um 6.04 Uhr Ortszeit in der Salomonensee. Laut dem US Geological Survey (USGS) erreichte das Beben eine Magnitude von 6,9. Es war in weiten Teilen der Region spürbar, vor allem nahe der Küste. Das Epizentrum befand sich etwa 194 Kilometer ostsüdöstlich der Stadt Kimbe.
Die genaue Tiefe des Bebens konnte nicht bestimmt werden, Fachleute gehen jedoch von einer eher geringen Tiefe aus. Das erklärt, warum die Erschütterungen in der Nähe des Epizentrums besonders intensiv wahrgenommen wurden.
Mindestens 16 Erdbeben folgen
Nach ersten Schätzungen des USGS haben über 730.000 Menschen das Erdbeben gespürt. Rund 39.500 Menschen erlebten demnach mäßige Erschütterungen (Intensität V), etwa 480 Personen waren möglicherweise starken Erschütterungen (Intensität VI) ausgesetzt.
Das genannte Erdbeben ist nur eins in einer ganzen Serie von Erschütterungen. Am Samstag folgten mindestens 16 weitere Seebeben, meldet USGS. Ihre Stärke lag zwischen 4,6 und 5,3 auf der Richterskala.
Geologisches Flickwerk aus Mikroplatten bei Papua-Neuguinea
Die Grenze zwischen der Australischen und der Pazifischen Platte gehört zu den aktivsten Erdbebenzonen der Erde – und zu den gefährlichsten: Besonders rund um Papua-Neuguinea kommt es häufig zu heftigen Beben, viele davon mit Tsunami-Gefahr. Seit 1900 wurden dort Dutzende Beben über Stärke 7,5 registriert – teils mit katastrophalen Folgen.
Vom Sundagraben bei Indonesien bis zu den Salomonen zieht sich die Plattengrenze über mehr als 4000 Kilometer. Vor allem im Osten schiebt sich die Australische Platte unter die Pazifische – mit bis zu 110 Millimetern pro Jahr. Das setzt gewaltige Kräfte frei.
Besonders kompliziert ist die Plattengrenze westlich von Neuguinea: Hier treffen Mikroplatten, Subduktionszonen und deformierende Kontinentalränder aufeinander. Ein Beispiel: Die Birds-Head-Mikroplatte im indonesischen Westpapua liegt eingeklemmt zwischen Subduktionszonen – wie dem Seram-Graben, der sich heute als eigenständige Subduktionszone herauskristallisiert hat.
- usgs.gov: "Earthquake Information – Event US6000Q41N" (Englisch)
- volcanodiscovery.com: "Earthquakes in Papua – past 48 hours" (Englisch)
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