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Autofahrer aufgepasst: Ab Montag wird stärker geblitzt


Verkehr
Autofahrer aufgepasst: Ab Montag wird stärker geblitzt

Von dpa
Aktualisiert am 04.04.2025 - 04:00 UhrLesedauer: 3 Min.
RadarkontrolleVergrößern des Bildes
Weil immer wieder Fahrerinnen und Fahrer zu viel Gas geben und geblitzt werden, profitieren die Kommunen von den Bußgeldern und nehmen Millionenbeträge ein.(Illustration) (Quelle: Bernd Weißbrod/dpa/dpa-bilder)
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Rasen gehört zu den häufigsten Unfallursachen. Doch wer am Steuer tempomäßig hart an der Grenze oder darüber hinaus fährt, der sollte sich nun besonders zusammenreißen. Es ist wieder "Speedweek".

Same Procedure: Auch in diesem Jahr müssen Autofahrer beim sogenannten Blitzermarathon wieder darauf achten, nicht in eine Radarkontrolle zu geraten und ihren Führerschein zu riskieren. Erneut werden Tausende von Polizisten und Polizistinnen in der sogenannten Speedweek und vor allem am kommenden Mittwoch (9.4.) ganz besonders darauf achten, Temposünder auf frischer Tat zu erwischen. Ob sich die einzelnen Bundesländer daran beteiligen, entscheiden sie selbst - und längst nicht alle tun es. Worum geht es genau?

Was ist der "Blitzermarathon"?

Der sogenannte Blitzermarathon in Baden-Württemberg ist Teil einer europaweiten Geschwindigkeitskontrollwoche, bei der die Polizei den Straßenverkehr in weiten Teilen Deutschlands strenger überwacht. Temposünder werden geblitzt und erhalten einen Bußgeldbescheid. Die Aktion dauert meist einen ganzen Tag.

Wann und wo muss ich vor allem mit Kontrollen rechnen?

Besonders stark geblitzt wird am kommenden Mittwoch (9.4.), dann findet der Blitzermarathon im engeren Sinne in mehreren Bundesländern statt. Stärker unterwegs ist die Polizei die ganze Woche über im Rahmen der sogenannten Speedweek (7.-13.4.) - auch dies in mehreren Bundesländern. Baden-Württemberg nimmt an beiden Aktionen teil.

Wo wird kontrolliert?

Geblitzt wird besonders an Schulen, Kitas, Altenheimen und Orten, die für Unfälle berüchtigt sind. In manchen Bundesländern wird dabei zumindest für einen Teil der Blitzer vorab mitgeteilt, wo sie stehen.

Was soll das bringen?

Die wesentliche Ursache für Verkehrsunfälle ist weiterhin der fatale Tritt aufs Gaspedal. Insgesamt 112 Menschen starben laut Statistik im vergangenen Jahr, weil zu schnell gefahren wurde - das ist fast jeder dritte Verkehrstote in Baden-Württemberg. "Fahren Sie nicht zu schnell, das ist lebensgefährlich", sagt Landesinnenminister Thomas Strobl (CDU) dazu.

Auch in der Blitzerwoche gehe es darum, Menschenleben zu retten. So soll an den Kontrolltagen laut Innenministerium einerseits Aufmerksamkeit auf das Problem überhöhter Geschwindigkeit gelenkt werden, andererseits durch Kontrollen aber auch Druck auf Raser ausgeübt werden.

Gibt es daran Zweifel?

Ja, wie schon die durchwachsene Beteiligung der Länder zeigt. Einige beteiligen sich sowohl an der am Montag beginnenden Speedweek als auch am Schwerpunkttag mit besonders intensiven Kontrollen. Andere Bundesländer nehmen nur an einer der beiden Aktionen teil, mehrere auch an keiner der beiden.

Als Begründung für einen Verzicht wird dabei häufig angeführt, dass man lieber kontinuierlich über das Jahr hinweg kontrolliere, als Ressourcen für einen Höhepunkt einzusetzen. Aus Sicht der Berliner Polizei hat sich zudem gezeigt, dass vermehrte Kontrollen an einem Tag oder in einer Woche keine nachhaltige Wirkung haben.

Keine Verkehrstoten mehr. Klappt das?

Nein, das ist sicher ein unerreichbares Ziel. Vergangenes Jahr starben in Baden-Württemberg laut Statistik insgesamt 340 Menschen im Verkehr. Das waren 29 weniger als 2023 und sogar 126 weniger als vor zehn Jahren, obwohl es damals deutlich weniger Unfälle gegeben hat. Bei weitem nicht bei allen Unfällen ist überhöhte Geschwindigkeit die Ursache, sie spielt aber eine wichtige Rolle, zumal gerade Unfälle mit hohem Tempo besonders oft tödlich ausgehen.

Wie viele Verstöße wurden im vergangenen Jahr geahndet?

Zahlen gibt es aufgrund der föderalen Struktur der Polizei vor allem für die Länder. Diese sind dabei auch nur bedingt vergleichbar, da in unterschiedlicher Intensität und Dauer kontrolliert wurde. Zudem geben manche Länder die Messstellen vorab bekannt, andere wie Baden-Württemberg tun das nicht.

In Baden-Württemberg wurden vergangenes Jahr laut Innenministerium rund 13.700 Fahrzeuge geblitzt - 430 mehr als im Vorjahr. Landesweit gab es 425 Kontrollstellen. Mehr als 400.000 Fahrzeuge wurden kontrolliert und 113 Fahrverbote ausgesprochen. Bundesweit dürfte die Zahl der erwischten Raser dementsprechend in die Zehntausende gehen.

Und im ganzen Jahr?

Insgesamt registrierte die Polizei 2024 fast 1,62 Millionen Verstöße gegen das vorgeschriebene Tempo (2023: 1,47 Mio.). Auch Kommunen, Städte und Landratsämter überwachen die Geschwindigkeit. Dazu liegen keine Statistiken vor.

Was nehmen die Kommunen dadurch ein?

Weil immer wieder Fahrerinnen und Fahrer zu viel Gas geben und geblitzt werden, profitieren die Kommunen von den Bußgeldern. Selbst in kleineren Städten kommen Millionenbeträge zusammen. Nach einer dpa-Umfrage hat Stuttgart im vergangenen Jahr durch Bußgelder im fließenden Verkehr mehr als 18 Millionen Euro eingenommen, wobei diese Gelder nicht nur für zu schnelles Fahren verhängt werden können. Zum Vergleich: Im deutlich kleineren Ravensburg lagen die Einnahmen bei gut 1,2 Millionen Euro.

In Bezug zu den jeweiligen Vorjahreswerten gibt es dabei keine klare Tendenz. Während die Einnahmen in Heidelberg etwa von rund 2,1 Millionen Euro im Jahr 2023 auf rund 2,5 Millionen Euro stiegen, sanken sie in Mannheim von 5,2 Millionen auf 5,06 Millionen Euro.

Verwendete Quellen
  • Nachrichtenagentur dpa
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