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Rätselhafte Grubenlinien bei Leipzig entdeckt


Archäologie
Rätselhafte Grubenlinien bei Leipzig entdeckt

Von dpa
Aktualisiert am 04.04.2025 - 04:00 UhrLesedauer: 1 Min.
3000 Jahre alte rätselhafte GrubenlinienVergrößern des Bildes
Wo künftig Fernwärmeleitungen verlaufen sollen, sind derzeit die Archäologen aktiv. Sie haben Landgräben entdeckt. (Quelle: Jan Woitas/dpa/dpa-bilder)
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Das Phänomen der rund 3.000 Jahre alten Landgräben gibt es in Großbritannien und Mitteldeutschland. Über den Zweck der kilometerlangen Linien wird bis heute spekuliert.

Archäologen haben westlich von Leipzig rund 3.000 Jahre alte Landgräben entdeckt. "Bis jetzt haben wir sechs unterschiedliche Grabensysteme, von denen bislang zwei freigelegt wurden", sagte Archäologe und Referatsleiter im Landesamt für Archäologie Sachsen (Dresden), Harald Stäuble. "Zwei dieser Grabenwerke überlagern sich in einem spitzen Winkel, wobei der eine Graben in den anderen übergeht."

Bislang wurden die Gräben auf jeweils 30 Meter freigelegt. "Insgesamt sind die Landgräben mehrere Kilometer lang", sagte der Archäologe. Die Gräben sind zwischen 1 und 1,50 Meter tief, im oberen Bereich 2 bis 3 Meter breit und unten etwa 80 Zentimeter. Über die Funktion der Gräben gibt es bislang nur Vermutungen.

Gräben waren vermutlich Gebietsgrenzen

Am Ende Bronzezeit gab es einen deutlichen Anstieg der Bevölkerungspopulation. Das machte es notwendig, Besitztümer voneinander abzugrenzen. "Die Landgräben könnten möglicherweise auch große Ackerflächen voneinander getrennt haben", sagte Stäuble. "Vielleicht dienten sie auch zur Ableitung von Wasser, ein frühes System der Melioration. Charakteristisch für diese Gräben ist, dass sie nichts enthalten. Das System der Landgräben war etwa 500 Jahre in Benutzung", sagte Stäuble.

"Generell können diese linearen Grabenanlagen als durchgehende Gräben, unterbrochene Gräben oder als Grubenreihen ausgeprägt sein. Die Aneinanderreihung von Gruben wurde erstmals in Großbritannien entdeckt und unter dem englischen Terminus "pit alignment" auch hier bekannt", sagte Stäuble.

Die Ausgrabungen erfolgen in Vorbereitung des Baus einer 19 Kilometer langen Fernwärmeleitung vom Industriestandort Leuna (Sachsen-Anhalt) bis zum Heizwerk in Kulkwitz bei Leipzig.

Verwendete Quellen
  • Nachrichtenagentur dpa
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