Kiel Landtag für Erhalt von Berufsschulen auf dem Land
Der Landtag hat sich für den Erhalt von Berufsschulen in der Fläche stark gemacht. Dauerhaft helfe nur eine landesweite Schulentwicklungsplanung, sagte der SPD-Bildungspolitiker Martin Habersaat am Donnerstag im Landtag in Kiel. Er begrüßte, dass die Zahl der Lehrkräfte an den Berufsschulen trotz sinkender Schülerzahlen in den nächsten zwei Jahren konstant bleiben solle. "Wichtig ist, dass das durch zusätzliche Mittel erreicht wird nicht zu Lasten anderer Schularten."
Wirtschaftsminister Bernd Buchholz (FDP) hatte bereits im Anschluss an Nachverhandlungen zum Landeshaushalt 2022 angekündigt, das Land stelle zusätzlich 1,25 Millionen Euro bereit. Damit bleiben 60 ursprünglich zur Disposition stehende Lehrerstellen erhalten. Die 1,25 Millionen sind bestimmt für die fünf Monate ab Beginn des neuen Schuljahres 2022/23 bis zum Jahresende. Um diesen Betrag sollte das Budget zunächst gekürzt werden.
Der Fachkräftemangel könne dazu führen, dass im Norden bis 2030 bis zu 200.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter fehlen könnten, sagte Buchholz im Landtag. Der Meister sei deshalb genauso wichtig wie der Master. Die berufliche Bildung müsse ein Schwerpunkt bleiben. Berufsschulen dürften nicht aus der Fläche verschwinden. Sein Ministerium ist seit Januar für 87.300 Berufsschülerinnen und Berufsschüler sowie für 5000 Lehrkräfte an 35 Schulen und Regionalen Berufsbildungszentren zuständig.
Der Rückgang der Bevölkerungszahl werde in den kommenden Jahren aber zu einem weiteren Rückgang der Schülerzahlen führen, sagte Buchholz. Das Land müsse Modelle finden, um weiter Berufsschulen im ländlichen Raum zu halten.