Drogen Eine Tonne Cannabis verkauft: Razzia gegen Rauschgiftbande

Jahrelang wurde ermittelt - nun haben Spezialkräfte bei mutmaßlichen Mitgliedern einer Drogenbande zugeschlagen. Sie sollen gewaltige Mengen Rauschgift verkauft haben.
Spezialeinheiten sind bei einer Razzia am Niederrhein und in den Niederlanden gegen eine Drogenbande vorgegangen. Bei der Aktion am Mittwoch seien 15 Objekte durchsucht und vier Verdächtige festgenommen worden, teilte die Polizei mit.
Die Ermittler werfen der Bande vor, mit einem ausgeklügelten Handelsnetz Drogen nach Deutschland gebracht und bundesweit vertrieben zu haben. Allein von November 2019 bis Mai 2021 sollen sie rund eine Tonne Cannabis und Dutzende Kilo Kokain verkauft haben. Auch mit Waffen sei gehandelt worden. Die Kommunikation sei über Krypto-Messengerdienste gelaufen.
Kiloweise Drogen und sehr viel Bargeld
Bei der Razzia hätten die Einsatzkräfte Objekte in Duisburg, Kleve, Leverkusen sowie in den Niederlanden durchsucht. Dabei seien unter anderem 35 Kilogramm Kokain, 83 Kilogramm Marihuana, Schusswaffen, mehr als 100.000 Euro Bargeld und auch Falschgeld sichergestellt worden. In Duisburg stießen die Fahnder außerdem auf eine große Cannabisplantage.
Konkret richten sich die Ermittlungen gegen fünf Beschuldigte im Alter von 32 bis 54 Jahren. Einer von ihnen wurde bei der Razzia nicht gefunden - nach ihm wird nun international gefahndet. Gleichzeitig versuche man weiter, an die Hintermänner der Verdächtigen heranzukommen, teilte die Polizei mit.
Reul: Cannabis bleibt gefährlich
Der nordrhein-westfälische Innenminister Herbert Reul (CDU) betonte, dass die Polizei trotz der Cannabis-Legalisierung in Deutschland weiter gegen professionelle Drogenbanden vorgehe. "Nur weil Cannabis in geringen Mengen jetzt legal ist, stampfen wir unsere Rauschgift-Kommissariate ja nicht ein. Nach wie vor richten Drogen großes Unheil an und sorgen dafür, dass Menschen abhängig werden und sterben", sagte Reul.
Besonders wichtig sei bei den Ermittlungen der enge Austausch mit den Behörden in den Niederlanden gewesen. "Was die Zusammenarbeit angeht, hat sich da in den letzten Jahren eine Menge getan - nicht nur bei Drogendelikten", betonte der Minister.
- Nachrichtenagentur dpa