Universitäten Hochschulen und Land unterzeichnen Finanzierungs-Paket

Die Klageliste der Unis war lang, der Studentenprotest laut. Denn die Hochschulen fürchteten weitere Kürzungen, das Land aber muss bei den Finanzen jonglieren. Wie sieht die neue Finanzplanung aus?
Nach zähen Verhandlungen und lauten Protesten von Universitäten und Studenten wird in Stuttgart das Paket zur Finanzierung der Hochschulen für die kommenden Jahre besiegelt. Den Vertrag zwischen Land und Hochschulen für die Jahre 2026 bis 2030 unterzeichnen Ministerpräsident Winfried Kretschmann, Wissenschaftsministerin Petra Olschowski und Finanzminister Danyal Bayaz von den Grünen sowie die Vorsitzenden der Rektorenkonferenzen.
Die Landesmittel sollen die Grundfinanzierung der Hochschulen sichern und ihnen Planungssicherheit geben. Auch weiterhin werde viel Geld in die Hochschulen investiert, teilte das Land im Vorfeld mit.
Daran haben Universitäten und Studierende zwar keinen Zweifel. Sie haben allerdings Sorge, dass die künftige Finanzierung nicht ausreicht. Aus Sicht der Studentinnen und Studenten könnten die Hochschulen durch die Haushaltspläne der Landesregierung zu harten Einschnitten gezwungen werden – mit Folgen für die Lehre und die Ausbildung unter anderem von Fachkräften.
Die Rektorinnen und Rektoren hatten den Studierenden zuletzt den Rücken gestärkt und die Proteste Ende des vergangenen Jahres unterstützt. Die zusätzlichen Mittel würden durch gestiegene Personalkosten, Inflation und höhere Energiekosten aufgezehrt, warnten sie unter anderem.
Statt der von der Landesrektoratekonferenz geforderten jährlichen Erhöhung der Mittel um 6 Prozent seien in den Verhandlungen nur 3,5 Prozent vorgesehen gewesen. Universitätsleitungen könnten das nur durch den Rotstift ausgleichen.
Das Land hat bislang eine andere Rechnung aufgemacht. Es werde keine Kürzungen geben, weil die Zuschüsse ab 2027 jährlich um 3,5 Prozent verstetigt und gesteigert würden. Die Grundfinanzierung werde bis 2030 um mehrere Hundert Millionen Euro erhöht. Details will das Land erst im Vorfeld der Unterzeichnung veröffentlichen.
- Nachrichtenagentur dpa