Foto-Serie: Das Wunder von Lengede
In der Eisenerzgrube "Mathilde" bricht am Abend des 24. Oktobers 1963 ein Klärteich. Wasser und Schlamm überfluten die Grube und schließen 129 Bergleute ein. 79 Bergleute können sich retten. Sieben weitere werden bei einer Suchbohrung am nächsten Tag entdeckt.
Die Suche nach Vermissten geht weiter. Am 1. November, sieben Tage nach dem Unglück, finden die Helfer 79 Meter unter der Erde drei weitere Überlebende in einer Luftblase.
Hoffen und Bangen auch bei der Regierung: Kurt Schmücker (Mitte), Wirtschaftsminister der westdeutschen Regierung, fährt nach Lengede und macht Helfern und Angehörigen Mut. Einige Tage später fährt auch Bundeskanzler Ludwig Ehrhardt zum Unglücksort.
Mit jedem Tag, der vergeht, sinken die Chancen, noch Überlebende zu finden. Am 1. November werden die Rettungsarbeiten offiziell beendet. Eine Trauerfeier wird für den 4. November angesetzt. Doch einen Tag vorher, am 3. November, sind plötzlich Klopfzeichen aus der Tiefe zu hören.
Die Helfer machen sich auf zu einer letzten Bohrung - und finden tief unten im Berg elf Verschüttete. Am 7. November können die Männer wie durch ein Wunder lebend geborgen werden.
Mit dieser Dahlbuschbombe, heute ein Ausstellungsstück in Lengede, werden sie aus der Grube gezogen.
Adolf Herbst, der jüngste der elf Überlebenden, kann sein Glück kaum fassen, als er seine heutige Frau Dagmar nach 14 Tagen Todesangst wieder in die Arme schließen kann. Die beiden verloben sich sechs Wochen nach der Rettung.
Der heute 70-Jährige ist der letzte Überlebende der elf Männer, die am 7. November 1963 dem Tod entkamen.
Noch heute, 50 Jahre nach dem Unglück, erinnert ein Denkmal in Lengede an die Katastrophe und ihre 29 Todesopfer.