Urteil in Dessau-Roßlau Lebenslange Haft für Mord an Studentin

Das Landgericht Dessau-Roßlau hat den Vergewaltiger und Mörder einer chinesischen Studentin zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt. Seine mitangeklagte Ex-Partnerin erhält eine Jugendstrafe von fünf Jahren und sechs Monaten wegen sexueller Nötigung.
Beide Verurteilte, Xenia I. und Sebastian F., müssen zusätzlich Schmerzensgeld in Höhe von insgesamt 60 000 Euro zahlen.
Laut Staatsanwaltschaft hat das Ex-Paar die Studentin Yangjie Li (25) im Mai 2016 auf deren Joggingrunde abgefangen, in einer leerstehenden Wohnung mehrfach vergewaltigt – und so stark misshandelt, dass die Studentin starb. Die entstellte Leiche wurde im Freien gefunden.
Vergewaltiger und Mörder stammt aus Polizistenfamilie
Die Straftat hatte bundesweit Bestürzung ausgelöst: wegen der Brutalität und weil der Angeklagte aus einer Polizistenfamilie stammt. Seine Mutter hatte anfangs - als es keine Tatverdächtigen gab - an den ersten Befragungen im Fall mitgewirkt.
Es gab Vermutungen, wonach die Eltern die Ermittlungen beeinflusst haben könnten. Der Verdacht ist ausgeräumt.
Party am Tag nach Fund der Leiche
Empörung verursachte, dass die Eltern des Angeklagten eine Eröffnungsparty für ein Gartenlokal in Dessau feierten – einen Tag nach der Trauerfeier für die Getötete.
Die Eltern der toten Chinesin waren mit zwei Nebenklage-Anwälten vertreten. Dem Gericht hatten die Eltern des Opfers mitgeteilt, dass sie auf eine Strafe hoffen, die Gerechtigkeit herstelle.