Terror in Afghanistan Gabriel fordert Friedensgespräche mit Taliban

Nach den jüngsten Anschlägen in Afghanistan setzt sich Bundesaußenminister Sigmar Gabriel für Verhandlungen mit den Taliban ein. Die Islamisten haben die Verantwortung für die jüngsten Attacken zurückgewiesen.
"Frieden schließt man nicht mit Freunden, sondern mit Feinden", sagte Gabriel der "Bild am Sonntag". Für einen Friedensschluss müsse auch mit den Taliban verhandelt werden. "Wir sind daran beteiligt, eine politische Lösung zwischen den verfeindeten Parteien in Afghanistan zu finden."
Zugleich betonte Gabriel die Bedeutung des deutschen Engagements. "Die Afghanen sagen uns: Bitte zieht nicht ab, weil die Lage dann schlechter wird", sagte der SPD-Politiker. Dabei sei nicht nur der militärische Aspekt wichtig, sondern auch das Engagement in Politik und Entwicklungsarbeit.
Gewalt hat wieder zugenommen
Die Taliban verüben in Afghanistan immer wieder Anschläge. Für die jüngste Attacke im Diplomatenviertel von Kabul wiesen sie die Verantwortung jedoch zurück. Dabei waren nahe der deutschen Botschaft mehr als 80 Menschen getötet worden.
Seit dem Abzug der meisten internationalen Soldaten Ende 2014 hat die Gewalt in Afghanistan wieder zugenommen. Dort sind nach US-Schätzungen mehr als 40 Prozent des Landes unter der Kontrolle oder dem Einfluss der Taliban.