"Das bedeutet das Ende" Puigdemont räumt Scheitern der Separatisten ein

Der katalanische Separatisten-Chef Carles Puigdemont glaubt nicht mehr an die Unabhängigkeit Kataloniens. Das enthüllen Aufnahmen einer privaten Nachricht.
Nach den jüngsten Rückschlägen hat der katalanische Separatisten-Chef Carles Puigdemont in einer privaten Mitteilung das Ende der Unabhängigkeitsbewegung in der spanischen Konfliktregion eingeräumt.
"Sie letzten Tage der katalanischen Republik"
"Ich nehme an, du bist dir darüber im Klaren, dass das das Ende bedeutet." Man erlebe zur Zeit "die letzten Tage der katalanischen Republik", schrieb Puigdemont seinem ebenfalls in Belgien im Exil weilenden Ex-Gesundheitsminister Comín auf der App Signal. Das Handydisplay von Comín wurde "Telecinco" zufolge am Rande einer Veranstaltung im belgischen Löwen fotografiert, als er seine Mitteilungen gelesen habe.
Puigdemont blieb nichts anderes übrig, als die Echtheit der "abgefangenen" Botschaften zu bestätigen. Der nach seiner Absetzung als katalanischer Regionalpräsident seit Ende Oktober in Belgien im Exil lebende 55-Jährige bestritt allerdings, dass er aufgibt. "Wir machen weiter!", beteuerte er auf Twitter.
Wir benötigen Ihre Einwilligung, um den von unserer Redaktion eingebundenen X-Inhalt anzuzeigen. Sie können diesen (und damit auch alle weiteren X-Inhalte auf t-online.de) mit einem Klick anzeigen lassen und auch wieder deaktivieren.
Nach dem Erfolg der Separatisten bei der Neuwahl im Dezember war Puigdemont vom katalanischen Parlamentspräsidenten Roger Torrent zum Kandidaten ernannt worden. Das Problem für Puigdemont: Bei Rückkehr nach Spanien droht ihm unter anderem wegen Rebellion Untersuchungshaft, eine Verurteilung und eine lange Haftstrafe. Sein Regierungsprogramm wollte er daher per Internet-Telefondienst Skype von Brüssel aus präsentieren.
Puigdemont rechtfertigt sich
Auf Twitter rechtfertigte sich Puigdemont für seine Worte der Hoffnungslosigkeit: Er sei auch nur ein Mensch und gerate schonmal ins Zweifeln. "Aber ich bin auch der Präsident und werde nicht den Mut verlieren und keinen Rückzieher machen, schon allein aus Respekt, Dank und Verpflichtung gegenüber den Bürgern und dem Land", betonte der Ex-Journalist, der auch die Verletzung der Privatsphäre durch "Telecinco" an den Pranger stellte.
- dpa