Terror-Vorwurf bleibt "Cumhuriyet"-Journalist wird freigelassen

Im Prozess gegen Mitarbeiter der türkischen Zeitung "Cumhuriyet" hat ein türkisches Gericht die Freilassung des Journalisten Kadri Gürsel angeordnet. Der Richter erklärte, dass Gürsel nach elf Monaten Haft auf freien Fuß komme, der Vorwurf der Verbindungen zu terroristischen Gruppen aber bestehen bleibe.
Vier andere Journalisten müssen in Haft bleiben. Der Prozess wurde auf den 31. Oktober vertagt.
Gürsel zählt zu den anerkanntesten Journalisten der Türkei. Den insgesamt 17 angeklagten Journalisten und Mitarbeitern von "Cumhuriyet" wird die Unterstützung der Gülen-Bewegung sowie der ebenfalls verbotenen Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) vorgeworfen. Die Zeitung sieht in dem Prozess einen Versuch der Regierung, eines der letzten unabhängigen Blätter des Landes zum Schweigen zu bringen.
Die "Cumhuriyet"-Mitarbeiter weisen die Vorwürfe der Anklage zurück und betonen, dass die Zeitung die Gülen-Bewegung und die kurdischen Separatisten immer kritisiert habe.